Laute Musik. Welche Risiken birgt sie ?

  • 01. Tinnitus

    Wer an einem Tinnitus leidet, hört Geräusche ohne vorhandene äußere Geräuschquelle in seinem Ohr. Meist handelt es sich dabei um ein pfeifendes oder summendes Geräusch. Das Gefühl ähnelt der Sinnesempfindung bei Wind, dem Zirpen einer Grille, dem Geräusch einer Hochspannungsleitung oder dem pfeifenden Ventil eines Schnellkochtopfs. Viele Menschen haben dies schon zeitlich begrenzt erlebt. Ein Tinnitus kann durch einen Hörsturz, ein akustisches Trauma oder zuweilen auch durch eine Ohrentzündung ausgelöst werden. In einigen Fällen lässt sich die Störung gut aushalten. Wer jedoch dauerhaft davon betroffen ist, bezeichnet das Phänomen als „Alptraum“ oder „die Hölle“. Denn ist ein Tinnitus einmal chronisch, ist er in der Regel unumkehrbar. Hält ein Tinnitus also mehr als ein paar Stunden an, sollte man umgehend einen Facharzt (HNO) aufsuchen.

  • 02. Hyperakusis

    Wer von Hyperakusis betroffen ist, empfindet Schall, der von anderen als normal oder schwach wahrgenommen wird, als unangenehm laut oder schmerzhaft. Hyperakusis umfasst mehrere Schweregrade und kann allein oder in Verbindung mit einem Tinnitus auftreten.

  • 03. Schwerhörigkeit

    Diese manifestiert sich über eine Minderung des Hörvermögens. Auch in Fällen, in denen der Schall gut übertragen wird, hört der Betroffene schlecht.

  • 04. Hörsturz

    Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende, vollständige oder teilweise Minderung des Hörvermögens eines Ohrs (in seltenen Fällen beider Ohren). Dabei gilt es zu bedenken, dass nicht jeder Mensch das gleiche Hörempfinden hat: Was der eine als tolerablen Lärmpegel empfindet, kann das Gehör eines anderen bereits unumkehrbar schädigen. In besonders schweren Fällen wird die Kommunikation mit anderen letzten Endes unmöglich.

Wie können Sie Ihre Ohren schützen ?

Im Gegensatz zur Lautstärke Ihres MP3-Players oder Gitarrenverstärkers können Sie den Lärmpegel bei Konzerten oder Abendveranstaltungen nicht kontrollieren. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um Ihre Gesundheit zu schützen und die Risiken für einen Hörschaden zu reduzieren :

01. Verwenden Sie einen Gehörschutz. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Ohrenstöpsel zwar das Risiko mindern, aber niemals vollständig schützen können. Selbst wenn Sie Ohrenstöpsel tragen, sollten Sie also die anderen Empfehlungen beherzigen.

02. Gönnen Sie sich Momente der Ruhe: Wenn Sie jeweils nach einer Dreiviertelstunde zehn Minuten Pause machen oder alle zwei Stunden 30 Minuten, können Sie das Risiko mindern.

03. Halten Sie sich von der Schallquelle fern. Es ist zwar nicht immer leicht, sich von einem Lautsprecher zu entfernen, ohne direkt einem anderen zu nahe zu kommen, aber versuchen Sie es trotzdem und „kleben“ Sie vor allem nicht zu sehr an den Verstärkern.

04. Achten Sie auf Ihr Müdigkeitslevel: Wenn Sie müde sind oder im Laufe der Woche bereits häufig einer Lärmbelastung ausgesetzt waren, sind Ihre Ohren empfindlicher.

05. Gehen Sie möglichst nicht innerhalb eines kurzen Zeitraums zu häufig aus.

06. Achten Sie auf Ihren Gesundheitszustand: Wenn Sie erkältet sind (vor allem bei verstopfter Nase), eine Mittelohrentzündung haben oder bereits unter einem Tinnitus leiden, ist das Risiko eines akustischen Traumas erhöht.

07. Achten Sie darauf, was Sie zu sich nehmen. Die meisten Psychotropika wie Alkohol, Kokain oder bestimmte Arzneimittel beeinträchtigen das Gehör, das Schmerzempfinden (Sie merken nicht, dass Ihre Ohren eine Pause brauchen) und die Aufmerksamkeit (Sie achten weniger auf Ihre Umwelt und werfen jegliche Vorsicht über den Haufen).

08. Regeln Sie die Lautstärke Ihres MP3-Players: Wenn Sie täglich über eine Stunde lang mit Kopfhörern Musik bei voller Lautstärke hören, kann Ihr Gehör Schaden nehmen. Verringern Sie die Lautstärke – so können Sie länger Musik hören und die Risiken eines Hörschadens mindern.

09. Wieso sollten Sie sich selbst quälen? Meiden Sie ganz einfach Orte, an denen es Ihnen zu laut ist.

Was tun bei Problemen ?

Wenn Sie ein Summen oder Pfeifen im Ohr hören, wenden Sie sich umgehend an einen HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Facharzt für Nase, Ohren und Stimme). Eine rasche Behandlung kann unumkehrbare Schäden vermeiden helfen.

Wenn Sie einen totalen oder teilweisen Hörverlust erleiden, nachdem Sie einer Lärmquelle ausgesetzt waren, wenden Sie sich schnellstmöglich an einen HNO-Arzt oder eine Notfallambulanz.

Geben Sie dem Arzt gegenüber dabei unbedingt an, dass Sie einem erhöhten Schallpegel ausgesetzt waren!

„Décibels, protégez vos oreilles“ ist eine Kampagne im Rahmen des Labels www.qualitynights.be unter der Koordination des lokalen Zentrums für Gesundheitsförderung (CLPS) von Brüssel und der Modus Vivendi asbl mit Unterstützung des Präsidenten der COCOF, zuständig für das Gesundheitswesen und die französischsprachige Gemeinschaft Belgiens.